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Guido Marx: Ostseerunde links herum

  Eine Sommerreise mit Playmobil In diesem Jahr wollte ich nochmals in die Ostsee segeln und insbesondere Polen und die baltischen Länder besuchen, die ich bisher noch nicht kannte. Ignatios und Dieter begleiteten mich auf der ersten Etappe über die Nordsee bis nach Fehmarn. Bis nach Norderney waren es etwa 100 sm und wir wollten […]
Guido Marx: Ostseerunde links herum

 

Eine Sommerreise mit Playmobil

In diesem Jahr wollte ich nochmals in die Ostsee segeln und insbesondere Polen und die baltischen Länder besuchen, die ich bisher noch nicht kannte. Ignatios und Dieter begleiteten mich auf der ersten Etappe über die Nordsee bis nach Fehmarn.

Bis nach Norderney waren es etwa 100 sm und wir wollten möglichst noch vor Sonnenuntergang ankommen. Vor uns zog ein Sturmtief durch die Deutsche Bucht in Richtung Südschweden und die Windvorhersage für das Seegebiet um Helgoland „NW 6 mit Böen von 8, strichweise Gewitter“, war nicht unbedingt das, was man sich für den ersten Tag auf See gewünscht hätte. Weiter ging es nach Cuxhaven und über Brunsbüttel durch den Nord-Ostsee-Kanal mit einem Zwischenstopp in Kiel bis nach Orth auf Fehmarn, wo wir wie geplant am 9. Mai, nur 6 Tage nach unserem Start in Medemblik ankamen. Die ersten 338 sm lagen hinter uns und bevor es mit neuer Crew weiter ging, nutzte ich die nächsten Wochen auf Fehmarn, um noch ein paar Restarbeiten am Schiff zu erledigen.

Mit Lukas und Reinhard ging es Anfang Juni weiter entlang der deutschen und polnischen Küste bis nach Danzig. Der Wind hatte zuvor wochenlang mit 5-6 Bft. aus Ost geweht, doch nun – pünktlich zum Start der zweiten Etappe – segelten wir bei west- bis südwestlichen Winden um 5 Bft. und einzelnen Böen von 6 -7 Bft. mit achterlichem Wind in Richtung Osten. Für diese Etappe von 421 sm hatten wir 10 Tage Zeit, waren schnell unterwegs und konnten in Stralsund einen Hafentag einlegen. Stralsund wurde im Jahr 1209 gegründet, trat 1293 der Hanse bei und stand wie Wismar im 17. und 18. Jahrhundert zunächst unter schwedischer Regierung, bevor es 1815 von Preußen übernommen wurde. Die restaurierten historischen Gebäude und gepflasterten Straßen lassen den Wohlstand der Stadt zu Zeiten der Hanse heute wieder erkennen. In unmittelbarer Nähe zu unserem Liegeplatz lag auch die Gorch Fock I, die seit 2004 wieder im Hafen von Stralsund liegt, wo sie bereits bis 1945 ihren Heimathafen hatte. Bei südöstlichen Winden um 5 Bft. ging es schon früh am nächsten Morgen weiter durch den Greifswalder Bodden, südlich Rügen, vorbei an der Greifswalder Oie Richtung Polen. Der nächste Stopp war auch schon der erste Hafen in Polen, Swinemünde. Die polnische Küste erstreckt sich etwa über 440 km und ist überwiegend flach mit ausgedehnten Sandstränden und Dünenlandschaften, dichten Wäldern und viel unberührter Natur. Allerdings bietet die Küste auch einige Herausforderungen. Viele Häfen liegen in Flussmündungen und haben nur recht schmale Einfahrten, die anfällig für Versandungen sind. Windstärken über 4 Bft. aus nördlichen Richtungen können manche Einfahrt unbefahrbar machen. Bei meist ablandigen Winden hatten wir zwar kein Problem mit Brandung und Grundseen, mussten aber die Wassertiefe in der Einfahrt und auch im Hafen stehts aufmerksam im Auge behalten. Die langen Sommertage mit frühem Sonnenaufgang ermöglichten uns immer ein zeitiges Auslaufen, so dass wir bei vorwiegend schönen Segelbedingungen gute Etmale erzielen konnten und zügig vorankamen. Nach kurzen Stopps in Kolberg und Leba erreichten wir am 16. Juni die polnische Metropole Danzig. Durch den Seehafen gelangten wir zu unserem Liegeplatz in unmittelbarer Nähe zur Altstadt mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten, die wir in den folgenden Tagen erkundeten. Die Danziger Altstadt, ursprünglich mit viel niederländischem Einfluss erbaut, wurde nach dem zweiten Weltkrieg, in dem ca. 80 % der Stadt zerstört wurden, aufwendig restauriert. Danzig war eine Hochburg des Deutschen Ritterordens und später ein bedeutendes Mitglied der Hanse und ist heute geprägt von zahlreichen, aufwendig restaurierten historischen Gebäuden gepaart mit Neubauten, die sich gut in das Stadtbild einfügen.

In Danzig gingen Lukas und Reinhard von Bord und traten die Rückreise nach Deutschland per Zug an. Mit Peter und meiner Frau Isabel sollte es dann von hier im Rahmen der „South Coast Baltic Rally“ weitergehen. Insgesamt 10 Tage lang wollten wir von Danzig aus gemeinsam mit einer internationalen Gruppe von Seglern im Rahmen einer Geschwaderfahrt reizvolle Hafflandschaften, endlose Strände und lebendige Städte an der südlichen Ostseeküste erkunden. Aber aufgrund der aktuellen politischen Situation wurde die Veranstaltung leider kurzfristig abgesagt. Zwischen Polen und unserem nächsten Hafen Klaipėda in Litauen liegt Kaliningrad. Als Resultat der Unabhängigkeit der baltischen Staaten wurde das Gebiet zur russischen Exklave und die Stadt Kaliningrad zu deren Zentrum.

Als wir am Dienstagabend nach 35 Stunden auf See den Hafen von Klaipeda erreichten, lagen 178,5 sm und damit die längste Einzeletappe hinter uns. In Klaipeda trafen sich Ende Juni 100 Großsegler zum Start der ersten Etappe des Tall Ship Race 2024, nach Helsinki. Die nächsten beiden Tage blieben wir noch in Klaipeda, einer Stadt mit einer bewegten Geschichte. Der Zerfall der Sowjetunion begann mit der Unabhängigkeitserklärung Litauens 1990. Seitdem erlebt die Stadt einen starken Wirtschaftsaufschwung, der bis heute anhält. Wir lagen im Kastellhafen hinter der 1855 erbauten Drehbrücke, die jedes Mal von Hand geöffnet werden musste, wenn ein Schiff passieren wollte. Entlang von kilometerlangen Sandstränden segelten wir nach Liepāja unserem ersten Hafen in Lettland, wo wir gerade rechtzeitig zum großen Kulturfestival eintrafen. Überall in der Stadt gab es Konzerte und Tanzvorführungen. Unterschiedliche Volksgruppen feierten hier friedlich miteinander und es gab sogar einen deutschen Pavillon. Das Warenangebot auf dem Markt und in den alten Markthallen ist heute riesig und der wirtschaftliche Aufschwung unübersehbar. Nach einem weiteren Stopp in Ventspils, einem wichtigen Handelshafen mit einem großen Ölterminal, erreichten wir Mõntu auf der Insel Saaremaa, die bereits zu Estland gehört. Auf dem Weg nach Riga, der Hauptstadt von Lettland besuchten wir noch Roja und Engure, zwei kleine, in einer Flussmündung gelegene Handels- und Fischereihäfen. Andere Segler trafen wir kaum noch, und umso herzlicher wurden wir begrüßt. Man erzählte uns, dass sich in diesem Jahr kaum jemand hierher verirrt hatte. Für die nächsten Tage meldete der Deutsche Wetterdienst für den Rigaischen Meerbusen Starkwind aus Südwest. Im Schutz der Küste segelten wir weiter und erreichten Riga, unser nächstes Etappenziel drei Wochen nachdem wir in Danzig gestartet waren. Die 460 sm ab Danzig hatten wir in nur 8 Fahrtagen bewältigt, was einem durchschnittlichen Tagesetmal von 57,5 sm entspricht. Mehr als 80 % der Strecke waren wir unter Segel unterwegs.

Bevor Isabel zurück nach Deutschland flog und ich mit Peter alleine weiter nach Tallin segelte, blieben vier Tage Zeit, um gemeinsam Riga, die größte Stadt des Baltikums, zu erkunden. Wir unternahmen eine Sightseeingtour per Kanalboot auf der Düna und bestaunten die Sehenswürdigkeiten des historischen Stadtzentrums der alten Hansestadt. Besonders beeindruckt waren wir von den öffentlichen Parkanlagen, der Jugendstilarchitektur, dem Lettischen Nationaltheater und dem 42 Meter hohen Freiheitsdenkmal, welches die Unabhängigkeit Lettlands symbolisiert. Die Innenstadt Rigas wurde 1997 zur Liste des UNESCO-Weltkulturerbes hinzugefügt. Auch die Bremer Stadtmusikanten sind zu Besuch in Riga und erinnern an die Städtepartnerschaft mit der Hansestadt Bremen. Nur noch zu zweit ging es mit Peter weiter nach Tallin, wo schon in einer Woche Isabel und Eva zusteigen wollten, um dann gemeinsam mit uns nach Stockholm zu segeln. Nach einem kurzen Stopp in dem kleinen Fischereihafen von Kuivižu, dessen flache und schmale Einfahrt nur tagsüber bei guter Sicht und keinesfalls bei starkem auflandigem Wind passiert werden kann, erreichen wir die kleine Insel Kihnu, die aufgrund ihrer im Vergleich zum Festland noch relativ lebendigen Traditionen und des eigentümlichen Dialekts in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen wurde. Das Inselleben wird vorwiegend von Frauen bestimmt und so wird die Kultur Kihnus oft als „letzte matriarchalische Gesellschaft Europas“ bezeichnet. Es ging weiter nach Kuivastu auf der Insel Muhu und dann nach Haapsalu, einer kleinen Stadt mit einer Burg und mittelalterlichen Wurzeln. Die Stadt ist bis heute bekannt für die heilende Wirkung des Schlamms aus der Bucht von Haapsalu. Schon die russische Zarenfamilie der Romanows schätzte den Kurort und so dominieren auch heute noch viele prächtige Holzvillen aus dieser Zeit das Stadtbild von Haapsalu. Bei westlichen Winden um 5-6 Bft. ging es über Dirhami und Lohusalu weiter nach Tallinn, der Hauptstadt und dem wirtschaftlichen sowie kulturellen Zentrum Estlands und mit rund 430.000 Einwohnern auch die weitaus größte Stadt des Landes. Am nächsten Tag kamen Isabel und Eva mit dem Flugzeug aus Deutschland und wir verbrachten noch einige Tage in Tallinn, besichtigten die sehenswerte Altstadt und den Domberg. Bis nach Helsinki sind es nur etwa 46 sm und so kommen viele Finnen mit der Fähre zum Einkaufen nach Tallin und auch wir ergänzten unsere Vorräte. Nach Finnland dürfen eigeführt werden: 90 Liter Wein, 110 Liter Bier, 20 Liter Spirituosen < 20 % sowie 10 Liter Spirituosen > 20%, und das alles pro Person. Das sollte für die nächsten Wochen reichen.

Helsinki ist die Hauptstadt und mit 664.000 Einwohnern auch die mit Abstand größte Stadt Finnlands. Der Dom von Helsinki ist zwar das weithin sichtbare Wahrzeichen der Stadt aber besonders beindruckt waren wir auch von der Felsenkirche, die in den Granitfels hineingehauen wurde. Das Tageslicht fällt durch das Kupferdach mit seinen 180 Fenstern herein. Wir fanden einen Liegeplatz mitten in der Stadt direkt neben der Uspenski-Kathedrale. Von hier aus erkundeten wir die Stadt und die vielen Museen und Sehenswürdigkeiten. Das Stadtbild ist neben den vielen modernen Gebäuden durch die Jugendstilarchitektur aus den Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts geprägt. Hier in Helsinki gelang es Peter von der deutschen Botschaft einen Ersatz für unsere Nationalflagge zu bekommen, die in Tallinn plötzlich verschwunden war. Wir segelten entlang der südfinnischen Schärenküste durch den Barösund in Richtung der Åland Inseln und genießen nach Riga, Tallinn und Helsinki nun die Natur und Einsamkeit. Die Anzahl der Inseln ist nur schwer abzuschätzen, weil ein Großteil von ihnen lediglich kleine Felsen sind. Den Schätzungen nach gibt es hier zwischen 20.000 und 50.000 Inseln und Inselchen. So langsam wurde mir klar, warum die Finnen zu den glücklisten Menschen Europas zählen. Es scheint so, als ob jeder Finne ein Boot und ein Ferienhaus mit Sauna auf einer der vielen Schäreninseln besitzt. Wir besuchten Hanko, die südlichste Stadt Finnlands, als dort gerade die Weltmeisterschaften in der Europe Klasse stattfanden. Dank der schönen Lage und der guten Erreichbarkeit wurde Hanko während der Zeit der russischen Herrschaft Ende des 19. Jahrhunderts zu einem viel besuchten Seebad für die russische Oberschicht, deren noble Villen am Meer bis heute eine Touristenattraktion sind. Wir segeln weiter nach Turku der ältesten Stadt Finnlands. Auf der Insel Iniö, der kleinsten finnischen Gemeinde außerhalb der Ålands mit zuletzt 259 Einwohnern, genossen wir den Sonnenuntergang. Ein 2,5 km langer Naturpfad führte durch eine abwechslungsreiche Landschaft auf den 40 Meter hohen Kasberg. Hier befand sich ein Aussichtsturm, von dem sich ein Ausblick bis hin zum Festland und zu den Schären Ålands bot. Die Schären von Åland liegen mitten in der Ostsee. Die Inselwelt, die aus nahezu 7000 Inseln besteht, besticht durch ihre einzigartige Schönheit. Auf der Insel Lappo gibt es wieder einen Naturtrail. Der Weg ist mit weißen Steinen markiert, da sogar die Felsen unter Naturschutz stehen und nicht bemalt werden dürfen. Die Schärennavigation erforderte große Aufmerksamkeit, denn unter der Wasseroberfläche lauerten viele Felsen und Untiefen. Neben dem Kartenplotter lag immer auch eine Seekarte im Cockpit, um nur keine Tonne zu übersehen. Bei Flaute musste man besonders gut aufpassen, da dann keine Brandung auf der Untiefe zu sehen war. Die spannende Frage war dann immer: Wer sieht die nächste Tonne zuerst? Wir verließen die Åland Inseln und machten schon 30 sm später im Furusund in Schweden fest. Hier verbrachten auch Astrid Lindgren und andere Schriftsteller ihre Sommerurlaube. Neben einer Windmühle aus dem Jahr 1722 findet man hier auch die älteste Darstellung einer Windrose mit 24 Strichen und die einzige mit königlicher Krone. Die nächsten Tage verbrachten wir noch im Stockholmer Schärengarten mit seinen rund 30.00 Schäreninseln. Auf dem Weg nach Stockholm passierten wir die Festungsinsel Kyrkogardson, von wo aus die Zufahrt nach Stockholm bestens überwacht werden konnte. Außer der Befestigungsanlage gab es noch ein kleines Hotel auf der Insel, das aber bereits geschlossen war. Mitte August gehen die Sommerferien in Schweden zu Ende und so waren wir die einzigen Besucher auf der Insel. Von den Mitarbeitern des Hotels bekamen wir aber den Schlüssel zu dem kleinen Saunahäuschen am Wasser direkt neben unserem Liegeplatz und genossen einen wunderschönen Abend in der Sauna mit anschließendem Sprung in die Ostsee. Auf der kleinen Insel Stora Fjäderholmen, nur 2,5 sm vor Stockholm gelegen, verbrachten wir die letzte Nacht in den Schären und beobachteten die großen Fähren die nach Stockholm einliefen. Der nächste Crewwechsel stand an, doch bevor Peter mit Eva und Isabel zurück nach Deutschland flogen blieb noch Zeit um Stockholm, die größte Stadt in Skandinavien, zu erkunden.

Mit Lukas und Bernhard an Bord ging es in zweieinhalb Wochen wieder zurück nach Deutschland. Bis nach Rendsburg lagen 625 sm vor uns und der Wind wehte überwiegen aus südwestlichen Richtungen, also oft gegenan. Zunächst ging es durch den Stockholmer Schärengarten und den teils sehr engen Fahrwassern, vorbei an vielen kleinen und auch manch größeren Ferienhäusern, nach Nynäshamn. Auch in den nächsten Tagen segelten wir vorbei an tausenden kleinen Inseln und entlang einer wunderschönen Naturlandschaft, die jedoch bei der Navigation höchste Aufmerksamkeit erforderte, denn außerhalb der Schärenfahrwassern kann sich die Wassertiefe binnen weniger Meter rapide verändern. In den engen Fahrwassern mit unzähligen Lateral- und Kardinalzeichen mussten wir ständig unsere genaue Position in der Seekarte im Auge behalten, um nicht die Orientierung zwischen den vielen Steinen und kleinen Inseln zu verlieren. Nach weiteren Zwischenstopps in Oxelösund, Gryt und Västervik verließen wir das innere Schärenfahrwasser und nahmen Kurs auf den Kalmarsund. Wir mussten aufkreuzen und verbrachten eine Nacht in Borgholm auf Öland bevor wir Kalmar erreichten. In der Hochschulstadt lagen wir unmittelbar neben der Universität. Dort war gerade die Begrüßung des neuen Semesters in vollem Gange. Bei sehr schönem, wenn auch kühlem, Wetter nutzten wir die Gelegenheit zur Besichtigung des sehr gut erhaltenen Renaissanceschlosses. Auch der Dom und die Altstadt sind wirklich sehenswert. Das nächste Ziel am südlichen Ende des Kalmarsunds war Kristianopel. Der kleine Ort mit seiner 3 km langen Stadtmauer war früher der östlichste Teil einer Reihe von Befestigungsanlagen, die Dänemark zu dieser Zeit an seiner Grenze zu Schweden errichtete. Mehrfach kam es hier zu kämpferischen Auseinandersetzungen zwischen Dänen und Schweden. Da der Wind weiterhin aus südlichen Richtungen wehte, mussten wir erneut aufkreuzen. Am nächsten Tag ging die Reise weiter zur Insel Utklippan. Auf der 25 km südlich von Karlskrona gelegenen Inselgruppe, bestehend aus den Insel Norraskär und Södraskär befindet sich ein Leuchtturm. In früheren Zeiten war die Insel noch durch den Leuchtturmwärter bewohnt. Seit der Automatisierung des Leuchtturms in den 70er-Jahren ist die Insel jedoch unbewohnt. Am nächsten Tag brachen wir schon sehr früh morgens auf, um die 69 sm nach Ystad zu segeln. Die Stadt, bekannt durch zahlreiche schwedische Kriminalromane und -filme, war dann auch bereits unsere letzte Station in Schweden. Der nächste Stopp war die Insel Møn, dort blieben wir einen Tag und unternahmen einen Ausflug zu den Kreidefelsen von Møns Klingt. Durch den Grønsund zwischen den dänischen Inseln Falster und Bogø ging es weiter zur Insel Femø. Dort konnten wir am Abend einen beeindruckenden Sonnenuntergang genießen. Wir querten den großen Belt und segelten um die Nordspitze Langelands herum in Richtung dänische Südsee. Nächstes Ziel war Svendborg. Die dänische Hafenstadt, am gleichnamigen Svendborg Sund, ist bekannt für die jährlich stattfindende Einhand-Regatta Silverrudder Challenge. Nach einem Besuch des Sportbootmuseums ging es weiter nach Ærøskøbing und anschließend um die Insel Als herum nach Dyvig, wo wir die Nacht vor Anker verbrachten. Am nächsten Tag segelten wir durch den Als Sund zu der unweit der deutschen Grenze gelegenen Stadt Sønderborg. Am darauffolgenden Tag ging es dann zurück nach Deutschland. Bei auffrischendem, stürmischem Wind um 7 Bft. erreichten wir bereits am frühen Nachmittag Kiel. Wir nutzten die Gelegenheit direkt in Holtenau zu schleusen und erreichten noch am gleichen Tag Rendsburg im Nord-Ostsee-Kanal. Für Lukas und Bernhard ging in Rendsburg der Törn zu Ende und gemeinsam mit Ignatios, der mich bereits auf der ersten Etappe über die Nordsee begleitet hatte, ging es von hier zurück ins Ijsselmeer. Nach 2.684 sm (4.970 km) ist Playmobil nun wieder zurück in Medemblik, wo wir vor 140 Tagen gestartet waren. Auf unserer Reiseroute lagen insgesamt zehn Länder, sechs davon haben wir zum ersten Mal besucht. In den insgesamt 69 Fahrtagen betrug das Tagesetmal durchschnittlich etwa 39 sm und mehr als 2/3 der Gesamtstrecke waren wir ausschließlich unter Segel unterwegs. Als Playmobil aus dem Wasser und ins Winterlager kam und noch beide Flügel am Kiel sind, war das der Beweis dafür, dass wir unterwegs auch keinem der vielen Steine und Unterwasserfelsen zu nahegekommen waren.

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