An Pfingsten ging es für uns in den hohen Norden nach Kiel zur YES, der Young Europeans Sailing-Regatta, einer der größten Jugendregatten Europas. Drei Tage Regatta auf der Kieler Förde warteten auf uns und so schlugen sieben Mitglieder des sclm am Donnerstag motiviert ihre Zelte auf oder checkten in eine Ferienwohnung ein. Am Freitag fand ein Vortraining statt, unsere Trainer entschieden sich aber gegen das Rausfahren, da der Wind mit bis zu 8 bft in die Bucht rauschte. Stattdessen machten wir also einen kleinen Ausflug
nach Kiel. Am nächsten Tag, dem ersten Regatta-Tag, gab es für uns ein gemeinsames Frühstück, damit alle gestärkt und motiviert zum ersten Start antreten konnten. Im Gegensatz zum Vortag wurde wegen zu wenig Wind und zu viel Regen allerdings der Start immer weiter verschoben. Alle Teilnehmer schützten sich gemeinsam unter einem Dach und zum Glück macht Seglern Wasser nicht allzu viel aus. Die Boote waren immer noch aufgebaut und alle Crews umgezogen, denn jeden Moment konnte der Start angekündigt werden. Wir warteten immer weiter, bis es gegen 15 Uhr zum Abbruch kam. Enttäuscht bauten alle ihre Boote wieder ab und wir begaben uns in unsere Ferienwohnung, wo wir uns aufwärmten und es uns gemütlich machten, während es draußen immer weiter regnete. Zur Wiedergutmachung aßen wir alle zusammen im Hafenrestaurant Pizza, was uns wieder aufmunterte. Auch das Unterhalten ist immer wieder schön.
Nach einer sehr kalten und nassen Nacht war die Stimmung bei allen Teilnehmern im Keller. Am zweiten Regattatag sollte es aber das erste Mal aufs Wasser gehen, also machten sich alle für den Start bereit. Nach einer weiteren Startverschiebung ging es für uns raus auf die Bahn, die relativ weit draußen lag. Schon der Weg zur Bahn war anspruchsvoll: Eine Front brachte hohe Wellen und Wind bis zu 6 bft, weshalb einige Boote gar nicht erst an der Bahn ankamen. Uns riss nach einer Kenterung kurz vor der Bahn die Fock und wir mussten umkehren und uns Ersatz suchen. Draußen segelten die beiden anderen Boote mit SCLM Besetzung bei sehr fordernden Bedingungen, Wellen von allen Seiten und viel Wind munter weiter. Als wir eine Stunde später auch an der Bahn angekommen waren, hatten Welle und Wind bereits abgenommen, was es uns wesentlich vereinfachte. Es wurden noch zwei Läufe gesegelt und nach einem langen ersten Segeltag, ging es um 17:30 Uhr zurück in den Hafen.
Der dritte Regattatag und damit schon der letzte konnte jetzt nur besser werden. Sonne und Champagnerkonditionen bis zu 5 bft machten uns am Morgen schon gute Laune und optimistisch machten wir uns um 9 Uhr auf Richtung Bahn. Diesmal wurde den 85 420ern, die in zwei Gruppen aufgeteilt waren, eine Bahn etwas näher am Hafen zugeteilt, was die Welle wesentlich besser auszuhalten machte. Wir gewöhnten uns als Seesegler immer mehr an die Konditionen und konnten an einem sehr sonnigen Tag drei weitere Läufe abschließen. Nach einem perfekten Segeltag, segelten wir noch den weiten Weg zurück und packten alles schnell zusammen, ehe wir uns nach der Siegerehrung auf den langen Weg Richtung Laacher See machten.
Auch wenn das Wetter nicht so sommerlich war, wie es uns vorher immer vorgeschwärmt wurde, konnten wir trotzdem viele neue Erfahrungen und Eindrücke sammeln, konnten viel lernen und neue Seglerinnen und Segler kennenlernen.






